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Lautet die Antwort beim Arzt nach der Untersuchung: "Ja, Sie haben Diabetes", ist das wahrscheinlich erst einmal ein Schock. Ich denke Angst und Hilflosigkeit sind die Folgen. Das wichtigste für den Betroffenen ist jetzt: "Wie geht es weiter, wie kann ich damit leben?"
Dr. Lücker Das hängt ein wenig davon ab, wie die Stoffwechseleinstellung ist. Wenn es zu den bereits aufgeführten akuten Symptomen gekommen ist, muss man natürlich eine stationäre Aufnahme mit einer dortigen Behandlung des Zuckers erwägen. Dann folgt dann eine weitere ambulante Therapie. Sollte die Stoffwechseleinstellung nicht so schlecht sein, wird erst einmal ambulant abgeklärt, was für eine Form der Zuckererkrankung vorliegt. Handelt es sich um einen Typ-1-Diabetes, ist es von einzigartiger Bedeutung, dass die Zuckerkrankheit mit Insulin behandelt wird. Hier wäre wahrscheinlich eine Schulung und die Einstellung in einer Klinik empfehlenswert. Ist es aber ein Typ-2-Diabetes und die Zuckereinstellung ist nicht so sehr schlecht, kann man in aller Ruhe mit dem Patienten ein Schulungsprogramm durchziehen. Diese Schulungsprogramme sind in der gesamten Bundesrepublik gleich. Die Diabetiker, ausgestattet mit einem entsprechenden Pass, können sich dann regelmäßig vierteljährlich kontrollieren lassen und dadurch ist in den meisten Fällen eine gute Einstellung gewährleistet.
Ein ganz wichtiger Punkt sind die Behandlungsmethoden. Was gibt es für unterschiedlich Möglichkeiten?
Dr. Lücker Wieder die Unterscheidung in Typ 2 und Typ 1. Beim Typ-1-Diabetes kommt man um die Insulingabe nicht herum. Diese Insulingabe kann entweder mit normalen Spritzen wie früher oder intensiviert durchgeführt werden. Für die intensivierte Insulingabe muss man häufig am Tag spritzen. Das kann man mit einem sog. Pen machen oder man kann auch eine Pumpe benutzen.
Beim Typ-2-Diabetes dagegen gibt es die Tablettenbehandlung und diese kann mit den verschiedensten Medikamenten durchgeführt werden. Letztendlich gibt es aber auch hier die Insulintherapie. Jedoch steht beim Typ-2-Diabetiker nach wie vor die Diät, die Einrichtung des Körpergewichts auf möglichst normale Werte (Größe – 100) und die regelmäßige Bewegung im Fordergrund. Allein durch Bewegung ist eine Abnahme des Hungergefühls möglich. Gleichzeitig setzt ein Fettverbrennungsprogramm ein, das im Körper dermaßen Formen annehmen kann, dass man relativ einfach sehr viele Kilos beiseite lässt, die einen Typ-2-Diabetes verhindern.
Wichtig ist und das kann man nicht genug betonen, die Gewichtsreduktion, die gesunde Ernährung und viel Bewegung. Alles andere ist nachfolgend.
Immer häufiger ist jetzt von einem Spray die Rede, das die Insulinspritze ersetzen soll, ist das wirklich möglich?
Dr. Lücker Dieses Spray wird zurzeit gerade ausprobiert. Leider sind die Dosen, d.h. die Menge, die man einsprühen muss, so extrem hoch, dass sich der Einsatz nur wenig rentiert. Außerdem ist die Steuerung dermaßen schlecht, so dass ich vermute, dass sich dieses Spray nicht durchsetzen wird.
Immer wieder wird die Gewichtsreduktion angesprochen. Ist es richtig dass das Abnehmen für einen Diabetiker besonders schwierig ist.
Dr. Lücker Insulin hat, wenn es zu hoch dosiert wird, eine mästende Wirkung. D.h. nicht nur Insulin sondern auch die Vielzahl aller Tablettenbehandlungen beim Diabetiker laufen darauf hinaus, dass der Insulinspiegel erhöht wird und dadurch ein vermehrtes Hungergefühl auftritt. Dieses Problem besteht also tatsächlich. Deswegen legen wir Ärzte beim Typ-2-Diabetiker ganz großen Wert darauf, die medikamentöse Therapie wirklich an die 2., 3. oder wenn möglich auch an die 4. Stelle zu setzen. Ich schätze 60 bis 70 % der geschulten Patienten können völlig auf Medikamente verzichten, nur durch Diät und Bewegung.
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