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Sind Sie selber Diabetiker, ein Bekannter oder ein Familienmitglied leidet darunter, dann kennen Sie garantiert viele Probleme dieser Krankheit. Besonders belastend sind sicherlich die Folgeerkrankungen, manchmal ein größeres Problem als das eigentliche Leiden.

Dr. Lücker
Sie können sich sicher vorstellen, dass sich bei einem erhöhten Blutzucker der Zucker in allen möglichen Organen ablagert. Bekannt geworden, weil häufig, sind alle Formen der Durchblutungsstörungen, vor allen Dingen der Beine und auch des Herzens. Diabetiker haben, neben der stark eingeschränkten Lebenserwartung, eine wesentlich höhere Wahrscheinlichkeit einen Herzinfarkt zu erleiden oder Durchblutungsstörungen der Beine zu bekommen. Zum zweiten lagern sich die Zuckerkristalle auch in den Nerven ab und da vor allen in den ganz langen Nerven, die vom Kopf, unserer Schaltzentrale, bis zum Bein ziehen. Also die diabetische Polyneuropathie, das ist der Fachausdruck, findet sich am Anfang in den Beinen. Diese Kombination: Durchblutungsstörung, Abwehrschwäche sowie auch Nervenstörung beim Diabetes sind ganz klare Pfeiler des sog. diabetischen Fußes. Der Diabetiker muss sehr genau auf seine Füße achten, nicht nur oben drauf, sondern auch mit dem Spiegel die Füße von unten kontrollieren. Treten Wunden auf, wird er sie, wenn bei ihm eine Polyneuropathie vorliegt, nicht merken. Durch die Abwehrschwäche wird sich die Infektion rasend schnell ausbreiten und wegen der Durchblutungsstörung ist das Bein und der Fuß stark gefährdet.

Das dritte Organ, welches bei den Folgeerkrankungen eine große Rolle spielt, ist die Niere. Diabetiker sind die häufigsten Patienten im Dialysezentrum. Die Zuckerkristalle lagern sich auch in den kleinen Nierengefäßen ab und verschlechtern die  Nierenfunktion eklatant, so dass die Gabe der künstlichen Niere und häufig auch die Transplantation der Niere wesentlich häufiger erforderlich sind, als bei Nichtdiabetikern.

Wichtig ist aber auch das Auge. Diabetiker müssen unbedingt einmal im Jahr zur Kontrolle zum Augenarzt. Die Netzhaut wird durch kleine Äderchen versorgt. In diesen Äderchen lagern sich die Zuckerkristalle ab und dadurch ist es leider so, dass die häufigsten Erblindungen durch den Diabetes entstehen. Der Augenarzt hat Möglichkeiten diese Erkrankung zu bremsen, er hat keine Möglichkeiten bei einer schlechten Zuckereinstellung die Erkrankung aufzuhalten.

Insgesamt kann man immer wieder sagen, je besser die Zuckereinstellung, desto seltener die Komplikationen.
Eine gutes statistisches Beispiel dafür, dass man Folgekrankheiten verhindern kann, ist die Schwangerschaft. Man weiß, dass diabetische Mütter bei einem gut eingestellten Zuckerspiegel, ein Geburtsrisiko haben, das nicht größer ist als bei einer nichtdiabetische Mutter.
Das soll heißen: je besser – je normaler – der Zuckerspiegel eingestellt ist, desto geringer und seltener sind Komplikationen bei der Zuckererkrankung. Deswegen ist auch das Ziel, eine möglichst dem Zuckergesunden entsprechende Zuckereinstellung einzuhalten und diese auch weiter zu beobachten. Das natürlich im fortgeschrittenen Alter Abstriche gemacht werden müssen, ist sicher klar.

Ich denke, Voraussetzung dafür, dass man diese Folgeerkrankungen verhindern kann, ist allerdings, dass man von Anfang an über die Risiken unterrichtet ist und dass ein Diabetes auch früh genug erkannt wird.
Das ist sicherlich nicht immer der Fall. Was ist zu tun, wenn bereits Probleme dieser Art da sind.

Dr. Lücker
An erster Stelle steht immer, und das wird Ihnen jeder Arzt sagen, die möglichst gute Einstellung des Zuckers. Der zweite ganz wichtige Punkt ist die sehr enge Einstellung des Blutdrucks. Für Diabetiker ist es wichtig, tatsächlich Blutdruckwerte von 125/80 zu haben, nicht wie früher angenommen, 140/90 oder 100 + Alter. Man weiß, je besser der Blutdruck eingestellt ist, desto höher ist auch die Lebenserwartung. Der Blutdruck  ist ebenfalls wichtig zur Schonung der Niere. Die diabetische Niere tritt am häufigsten bei schlechter Blutdruckeinstellung auf.

Bei der diabetischen Nervenerkrankung, der Polyneuropathie, sind uns ein wenig die Hände gebunden. Teilweise gibt es Medikamente, die bei 20 bis 30 % einen Effekt haben sollen, das ist sicher einen Versuch wert. Es ist allerdings ein sehr kostenintensiver Versuch, der für den Patienten auch sehr aufwendig ist, da er 4 Wochen lang Infusionen bekommen muss. Aber weil die Schwere der Diagnose und die Schwere der Beschwerden so außergewöhnlich sind, ist es sicher einen Versuch wert.
Hier könnte man in Zukunft mehr Augenmerk auf Alternativmethoden legen.

Die diabetische Rethinopathie, also die Augenerkrankung gehört in die Hände des Augenarztes. Da ist eine sehr frühe Laserbehandlung der Netzhaut bei etwaigen Veränderungen von Nöten.
 

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