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            Haut und Sonne

Ein Bericht über dasThema “Haut und  Sonne” vom 19.04.2004
 aus dem Frauenmagazin Donna Clara
mit
Dr. Antonius Schwaaf,
Arzt für Dermatologie in Bad Essen


Haut und Sonne, gefährlich, ja oder nein?

 Dr. Schwaaf
Es ist wie mit vielen im Leben, man muss auf die Dosis achten. Die Dosis macht die Gefährlichkeit der Sonne aus. Wenn Sie sich hier im Frühjahr ¼ Stunde in die Sonne setzen und Sie bekommen einen Sonnebrand, dadurch sagt Ihnen die Haut automatisch, das ist zuviel. Wenn Sie sich 5 oder 10 Minuten in den Schatten setzen oder auch ½ Stunden und Sie bekommen keinen Sonnenbrand, hat Ihnen die Sonne sicherlich gut getan.

Jeder Mensch hat einen ganz bestimmten Hauttyp und diesen Hauttyp hat er sein Leben lang. Der normale Mitteleuropäer keltischen Hauttyps hat in der Regel einen Lichttyp 2 bis 3, d.h., er kann sich eigentlich darauf verlassen, wenn er im Vorjahr eine ¼ Stunde brauchte um einen Sonnebrand zu bekommen, dann bekommt er im nächsten Jahr auch nach ¼ Stunde einen Sonnenbrand.

Dann verstehe ich natürlich wirklich nicht, warum sich die Menschen, vor allem im Süden im Urlaub, noch stundenlang in die Sonne legen.

Dr. Schwaaf
Menschen hier leiden sehr unter der Sonnearmut, die wir häufig hier haben. Wenn sie dann in den Süden in die Sonne kommen, ist es ihnen ganz wichtig, möglichst viel vom Sonnenschein zu tanken und einzufangen. Es ist natürlich ein riesen Fehler, die Haut ist nicht darauf vorbereitet. Sie gehen quasi vom Büro, wo Sie immer im Schatten sitzen, direkt in die freie Sonne in der Karibik und das ist einfach eine ungesunde Kombination. Das ist auch die Kombination, die über kurz oder lang zu Hautkrebs führt.

Wie verhalte ich mich denn dann richtig?

Dr. Schwaaf
Es gibt verschiedene Möglichkeiten sich vorzubereiten. Die einfachste Möglichkeit ist, sich eine Sonnecreme zu kaufen mit einem entsprechend hohen Lichtschutzfaktor. Der Faktor gibt dann an, wenn ich normalerweise 5 Minuten in die Sonne gehe und ich habe einen Lichtschutzfaktor vorn 15, dann kann ich die 5 Minuten mit 15 malnehmen, so habe ich genau die Zeit, die ich bis zum Sonnenbrand brauche. Habe ich einen Lichtschutzfaktor 30, habe ich 30 mal so lange Zeit.

Am Anfang, wenn Sie im Urlaub sind, gehen Sie mit einem hohen Lichtschutzfaktor, z.B. 30 in die Sonne und gewöhnen die Haut langsam an die Sonne. Später nehmen Sie dann evtl. den Lichtschutzfaktor 15, weil die Sonne bei Ihnen schon eine entsprechende Lichtschwiele aufgebaut hat und damit sich selbst schützen kann.

Die andere Möglichkeit ist, diese Lichtschwiele zu Hause im Sonnenstudio schon vorzubereiten, d.h., 2 bis 3 Wochen im Vorfeld ins Sonnenstudio zu gehen und dadurch die Haut schon langsam an die Sonne zu gewöhnen.


Altert unsere Haut bei häufiger, starker Sonneneinstrahlung schneller?

Dr. Schwaaf
Die Haut altert schneller, weil das Collagen die elastischen Fasern in der Haut durch Sonnenlicht, insbesondere UV-Licht, gespalten wird und dadurch in seiner Funktion beeinträchtigt ist. D.h., die Elastizität der Haut nimmt ab und es bilden sich Falten. Daher sind Collagenunterspritzungen bei vielen Frauen, die lange in der Sonne gewesen sind so beliebt.

Wie sieht das mit Hautkrebs aus, ist die Sonne wirklich vielfacher Auslöser dafür?

Dr. Schwaaf
Hautkrebs und Sonne ist ein Thema was direkt zusammengehört. Jede UV-Licht-Einwirkung führt näher zum Hautkrebs. Bei jeder UV-Einwirkung, die über die sog. Erythemschwelle führt, kommt es zu Chromosomenbrüchen, die der Mensch durch Reparaturmechanismen kompensieren kann. Die Enzymausstattung des Menschen ist da unterschiedlich. Der eine kann vielleicht 10 Sonnenbrände vertragen und bekommt keinen Hautkrebs, der andere hat nur 2 Sonnenbrände gehabt und es reicht schon dazu, eine Vorstufe zum Hautkrebs zu bilden oder selbst einen Hautkrebs auszulösen.

Was mache ich denn nun, wenn ich, trotz Vorsicht einen Sonnenbrand bekommen habe?

Dr. Schwaaf
Das einfachste Rezept ist sicherlich mit Joghurt- oder Quarkpackungen zu arbeiten, das kühlt die Haut. Sie können auch in kaltes Wasser gehen, um diese Kühlung zu erzielen. Aber alle diese Maßnahmen schützen einen leider nicht vor den Schäden, die die Sonne an den Chromosomen macht. Eine weitere Möglichkeit ist ein Antirheumatikum einzunehmen, was dazu führt, dass diese Entzündungsreaktion nicht so stark wird und dadurch auch die Schmerzen nicht so stark sind. Eine vom Dermatologen favorisierte Möglichkeit ist die Anwendung eines Cortisons, weil es die Entzündungsreaktion am effektivsten stoppt. Wenn man das Cortison in einer geeigneten Grundlage gibt, dann hat man gleichzeitig den Kühleffekt und den antientzündlichen Effekt und man hat die größte Chance auch gegen diesen Hautkrebs vorzubeugen.

Ich denke, wir alle wissen nun, dass auf jeden Fall ein bisschen Vorsicht bei der Sonne angeraten ist. Ich werde mir vor meinem nächsten Urlaub auf jeden Fall ein Sonnenschutzmittel besorgen.
Hier ist das Angebot allerdings so groß und die Auswahl fällt schwer. Auf was sollte man beim Kauf besonders achten?

Dr. Schwaaf
Zu achten ist vor allen Dingen auf den Lichtschutzfaktor und auf die Inhaltsstoffe des Lichtschutzmittels. Es gibt unterschiedliche Filtersysteme in den Lichtschutzmitteln. Das sind einmal physikalische Filtersysteme, die Licht reflektieren und die gar nicht in die Haut eindringen. Außerdem gibt es chemische, die allerdings andere Reaktion auf der Haut auslösen können und dadurch besteht die Möglichkeit einer sog. Mallorcaakne. Dann gibt es Lichtschutzfilter, die in Liposomen enthalten sind, die sich relativ tief in der Haut einlagern, bei denen man sich häufig nur 1 mal am Tag eincremen muss. Der Aufbau eines Sonneschutzmittels ist zum großen Teil entscheidend für die Qualität. Man kann nicht, wie es früher gemacht wurde, das Walnussöl nehmen. Es macht zwar schön braun, aber es hat eine unzureichende Schutzwirkung.

Die Lichtschutzfilter gehen heutzutage bis 60 und es gibt inzwischen die entsprechenden Filtersysteme  auch für jeden Hauttyp. Wenn man also das eine Mittel nicht verträgt, kann man bedenkenlos auf ein anderes Mittel zurückgreifen.

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