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Ute Lange

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Gesund oder krank,

fragen Sie den Doktor

Das  Gesundheitsmagazin  im  Bürgerfunk 

 

von und mit
 Ute Lange

      Krankheitsbild

Was ist das für eine Krankheit?

Dr. Lücker :
Ich glaube man kann das ganz gut an dem Begriff Diabetes mellitus erklären. Honigsüßer Durchfluss ist die Übersetzung. Der Diabetes ist seit den alten Römern bekannt. Sie haben den Urin abgeschmeckt und der war dann zuckersüß, daher der Name. Es gibt natürlich mehrere Formen, aber im Prinzip heißt Diabetes mellitus, dass im Urin Zucker auftritt, der normalerweise nicht in den Urin hineingehört.

Gut und schön, jetzt kennen wir die Übersetzung des Wortes Diabetes, aber was bedeutet es für den Einzelnen, der unter dieser Krankheit leidet?

Dr. Lücker
Der Zuckerstoffwechsel ist gestört. Sie wissen sicher dass es zwei Formen des Diabetes gibt: einmal den Typ-1-Diabetes, der häufig in jüngeren Jahren – deswegen auch jugendlicher Diabetes – vorkommt und dann den Altersdiabetes. Prozentuale Aufteilung ist 10 % Jugenddiabetes, 90 % Altersdiabetes.

Die Zuckerkristalle lagern sich in ganz verschiedenen Organen ab. Bedeutend sind bei den Diabetikern die Folgeerkrankungen. Die häufigsten Fuß- und Beinamputationen sind auf dem Boden von Diabetes entstanden. Die häufigsten Behandlungen wegen einer künstlichen Niere und die Dialysebehandlungen geschehen durch eine Zuckererkrankung. Ebenso entstehen die häufigsten Erblindungen im Alter   durch einen Diabetes.

Gewichtsabnahmen, Unwohlsein, Abwehrschwäche, das alles sind ganz, ganz schwere Nebenwirkungen, die durch einen schlecht oder nicht behandelten Diabetes auftreten können.

Viele Fachleute bezeichnen Diabetes als Wohlstandsleiden. Stimmt das?

Dr. Lücker
Dafür sprechen ganz klar die Zahlen. Wir gehen davon aus, dass 90 % der Diabetiker Typ 2, also Altersdiabetiker, sind. Man weiß, dass das nichts damit zu tun hat, dass die Bauchspeicheldrüse, wie beim Typ-1-Diabetes, zu wenig Insulin bildet, sondern dass die Körperzellen auf Insulin nicht reagieren. Das tun sie besonders dann nicht, wenn jemand Übergewichtig ist.

Wir wissen im Vergleich zu Nachkriegszeiten, dass sich das durchschnittliche Gewicht in den letzten 10 Jahren verdreifacht hat und dass sogar Kindern schon davon betroffen sind. Dementsprechend wissen wir auch, dass sich der Typ-2-Diabetes seit den Nachkriegsjahren verzehnfacht hat. Leider hat sich der Altersdurchschnitt der Altersdiabetiker, eine Erkrankung, die früher bei 60-/70-jährigen vorkam, deutlich unter 50 Jahre gesenkt. Es gibt Leute, die gerade mal 35 Jahre alt sind, die aber sehr stark übergewichtig sind und dadurch einen Typ-2-Diabetes bekommen haben.

Damit haben Sie auch eigentlich die Haupttherapie des Typ-2-Diabetes, und zwar die Gewichtsabnahme und die körperliche Bewegung.
 

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