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Lebensfreude und Lachen hält uns gesund. Wer von Herzen lacht erhöht die Sauerstoffversorgung des Gehirns um das drei- bis vierfache, baut Stress ab, aktiviert sein Immunsystem und regt die Ausschüttung von Endorphinen an. Endorphine sind körpereigene Wirkstoffe, die eine morphinähnliche und schmerzstillende Wirkung haben. Ist unsere Lebensfreude aber eingeschränkt, lachen wir wenig, sind müde und antriebslos, liegt das oft am Ungleichgewicht unserer Hormonproduktion.
Eines der wohl bekannteste hormonproduzierende Organ ist die Schilddrüse. Dr. Lücker, wozu benötigen wir eine Schilddrüse?
Dr. Lücker Die Schilddrüse bildet lebenswichtige Hormone. Diese lebenswichtigen Hormone sind für Stoffwechselvorgänge extrem wichtig. Ohne Schilddrüse kann man zwar leben, aber man ist schwerstbehindert.
Welche Hormone werden von ihr produziert und was bewirken diese Hormone bei uns im Körper?
Dr. Lücker Die Hormone, die durch die Schilddrüse produziert werden, heißen Trijodthyronin und Tetrajodthyronin. Es sind Hormone, die den Stoffwechsel aktivieren. Fehlen diese Hormone, wird der Stoffwechsel fast bis auf 0 gebremst.
Wie sieht das mit den Nebenschilddrüsen aus?
Dr. Lücker Die 4 Nebenschilddrüsen am Rand der Schilddrüse bilden ebenso ein Hormon. Dieses Hormon heißt, weil die Nebenschilddrüse Parathyroidea heißt, Parathormon. Diese Hormon ist für den Kalziumstoffwechsel wichtig.
Wenn die Hormonproduktion in der Schilddrüse oder in den Nebenschilddrüsen nicht in Ordnung, welche Erkrankungenkönnen dadurch entstehen?
Dr. Lücker Die Schilddrüsenhormone steuern den Stoffwechsel, d.h., wenn Sie zuviel an Schilddrüsenhormonen haben, wird der Stoffwechsel sehr stark gesteigert. Es kann dann zu Herzrasen, Gewichtsabnahme und lebhaften Muskelreflexen kommen. Teilweise spielt die Überfunktion der Schilddrüse in der Psychiatrie eine Rolle. Jeder Patient der unter Psychosen leidet und eingewiesen wird, wird erstmals auf eine Schilddrüsenüberfunktion hin untersucht.
Die Schilddrüsenunterfunktion erzeugt Symptome genau in der Gegenrichtung, also Gewichtszunahmen, Abgeschlagenheit und Müdigkeit. Der Fettstoffwechsel wird verändert, der Cholesterinspiegel steigt, die Leute sind schlaff, müde und kaputt.
Bei der Nebenschilddrüse gerät der Kalziumstoffwechsel durcheinander. Kalzium ist, wie Sie vielleicht wissen, der Hauptbestandteil vom Knochen. D.h. es kommt bei der Überfunktion der Nebenschilddrüse mit einem medizinischen Schlagwort zur sog. Stein-, Bein-, Magenpein.
Was bedeutet das?
Stein: Durch den erhöhten Kalziumsspiegel bilden sich vermehrt Nieren- und Gallensteine. Bein: Der Knochen tut weh, es kommt zu einem vermehrten Knochenabbau. und Magenpein: Es kommt durch den erhöhten Kalziumspiegel zu einer vermehrten Ausschüttung von Magensäure und zu häufigeren Magenschleimhautentzündungen, sowie Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren.
Wenn der Patient mit solchen Beschwerden zum Arzt kommt, wie wird definitiv festgestellt, dass eine Schilddrüsenerkrankung vorliegt.
Dr. Lücker Neben der Befragung über die Symptome und der körperlichen Untersuchung ganz klar muss erst mal, um die Funktionslage der Schilddrüse, also Über-, Normal- oder Unterfunktion festzustellen, ein Bluttest gemacht werden. Zweitens ist, um die Schilddrüsenstruktur, d.h. eine Vergrößerung, Verkleinerung oder knotige Umbildung festzustellen, die Ultraschalluntersuchung notwendig. Sie versetzt uns heutzutage in die glückliche Lage, über die Schilddrüse und ihre Form und Lage genaue Aussagen machen zu können. Danach kann man wirklich genau sagen, ob eine Schilddrüsenvergrößerung mit Knoten und einer Normalfunktion, eine Überfunktion, eine Unterfunktion oder eine kleine Schilddrüse mit solchen Funktionen vorlieht. Es ist eine genaue Differenzierung möglich.
Wie wird eine Schilddrüsenerkrankung behandelt?
Dr. Lücker Die Behandlung der Schilddrüsenerkrankung muss sehr differenziert betrachtet werden. Wichtig ist eine genaue Diagnose. Die häufigste Erkrankung ist der knotige Umbau der Schilddrüse mit der Normalfunktion. Da kommt es dann darauf an, ob die Knoten das normale Schilddrüsenhormon bilden, zuviel Schilddrüsenhormon bilden oder aber gar kein Schilddrüsenhormon bilden. Man spricht dann von warmen oder kalten Knoten. Das ist eine Diagnose, die im Rahmen einer weiterführenden Untersuchung gestellt wird und zwar die sog. Schilddrüsenszintigraphie. Je nach dem, was für ein Befund sich bei dieser Untersuchung ergibt, ist entweder eine Tablettenbehandlung vorzunehmen oder es muss eine Operation durchgeführt werden. Es kommt in manchen Fällen aber auch eine Behandlung in Frage, bei der radioaktives Jod gespritzt wird, so dass dann die Schilddrüsenanteile, die eine Überproduktion haben, bestrahlt und dadurch in Grenzen gehalten werden.
Kann eine Schilddrüsenbehandlung auch mit homöopathischen Mitteln behandelt werden
Dr. Lücker Die Möglichkeit einer homöopathischen Behandlung besteht sehr wohl. Genau wie bei der schulmedizinischen Behandlung muss man dafür aber auch sehr differenziert feststellen, um welche Schilddrüsenerkrankung es sich handelt. Ein Merkspruch dafür in der Medizin wie auch in der Homöopathie ist: “Vor die Therapie haben die Götter die Diagnose gestellt”. Daraus ist schon zu entnehmen, dass sich eigentlich bei jeder Diagnose eine bestimmte Therapie entwickelt und ergibt und dass auch dann erst eine Prognose gestellt werden kann.
Im übrigen möchte ich noch hinzufügen, die Schilddrüse verarbeitet in dem Hormon Jod und dadurch ist eine Spezifizierung der Schilddrüse gegeben, die uns ermöglich, spezielle auch die Schilddrüse a) auf den Jodstoffwechsel zu untersuchen und b) auch ganz speziell mit radioaktivem Jod zu behandeln.
Ist eine Schilddrüsenerkrankung vorübergehend oder behalte ich dieses Leiden mein Leben lang?
Dr. Lücker In der Regel lebenslang. Es gibt wenige Schilddrüsenerkrankungen, die vorübergehend sind, aber die Masse der Schilddrüsenerkrankungen erfordert auch eine lebenslange Behandlung.
In welchen Fällen ist eine Operation angeraten?
Dr. Lücker Das ist sehr schwierig pauschal zu sagen. Man kann sich sicher vorstellen, dass keinen Zweifel an der Therapie der Operation in den Fällen bestehen, wo entweder die Gefahr droht ein Schilddrüsenkarzinom zu bekommen oder wenn man bereits ein Schilddrüsenkarzinom hat. Die Gefahr ein Schilddrüsenkarzinom zu bekommen besteht dann, wenn ein sog. kalter Knoten nachgewiesen wird. Ein kalter Knoten ist ein Schilddrüsenknoten, der die Funktion verloren hat, Schilddrüsenhormone zu produzieren. Das ist dann ein Schritt zum bösartigen. Man weiß, dass die kalten Knoten über Jahre und Jahrzehnte entarten können. Deswegen wird entweder bei dem Nachweis eines kalten Knotens eine ständige Kontrolle notwendig oder man entschließt sich dann doch zur Operation.
Ist ein Schilddrüsenkarzinom nachgewiesen, dann kommt natürlich fast immer nur die komplette Schilddrüsenoperation in Frage. Es gibt allerdings, in sehr seltenen Fällen, noch andere Therapiemöglichkeiten der Schilddrüse, die dann häufig eine Operation nicht notwendig machen.
Wir haben nun bereits von der Schilddrüsenoperation gehör. Bevor es zu einer Operation kommt, erfolgt ja erst einmal die Feststellung um welche Art der Schilddrüsenerkrankung es sich handelt. Doch auch das ist nicht der erste Schritt. Der erste Schritt ist immer der Gang zum Arzt. Mit welchen Beschwerden kommen die Patienten in diesen Fällen überhaupt erst einmal zum Arzt?
Dr. Lücker Es gibt in der Allgemeinarztpraxis 2 Sorten von Patienten. Die einen haben Beschwerden und kommen direkt gezielt mit der Frage, ist mit meiner Schilddrüse etwas nicht in Ordnung. Sie können sich vorstellen, jemand der an Gewicht verloren hat, fragt schnell ob eine Schilddrüsenüberfunktion die Ursache sei. Jemand mit vermehrtem Haarausfall, was bei der Schilddrüsenüberfunktion vorkommen kann, will auch die Schilddrüse abklären lassen. Umgekehrt jemand fühlt sich schlecht, schlapp, müde und kaputt, hat in der letzten Zeit Übergewicht bekommen, der will natürlich auch wissen, was die Schilddrüsenfunktion macht.
Die andere Sorte von Patienten sind diejenigen, die im Rahmen einer Checkup-Unterschung auffallen.
Kann man ohne eine Schilddrüse leben?
Dr. Lücker Es gibt Neugeborene, bei denen man eine nicht angelegte Schilddrüse festgestellt hat. Diese Neugeborenen sind aufgewachsen ohne Schilddrüse. Man merkt das sehr schnell an der Verzögerung der Reifung. Die Neugeborenen sind schlaff, müde, sind zurückgeblieben und bewegen sich wenig.
Früher wurde deswegen bei den ersten klinischen Zeichen gleich eine Hormontherapie mit Schilddrüsenhormonen eingeleitet. Heute macht man einen TSH-Test, das ist ein Bluttest um gleich eine Schilddrüsenfehlfunktion oder nicht vorhandene Schilddrüse nachzuweisen, um dann möglichst früh eine Hormontherapie zu beginnen. Warum? Ohne Schilddrüsenhormon können wir zwar leben, aber alle Körperfunktionen und auch die geistigen Funktionen kommen fast zum erliegen.
Kann ich solche eine Erkrankung ohne einen Arzt behandeln?
Dr. Lücker Man muss auf jeden Fall erst wissen, um welche Schilddrüsenerkrankung es sich handelt und dass kann man nur durch eine Blutabnahme und eine Ultraschalluntersuchung. Wir haben diese einfachen Möglichkeiten um komplett zu wissen, um welche Schilddrüsenerkrankung er sich handelt. Jede Schilddrüsenerkrankung hat ihre eigene Behandlung, sei es schulmedizinisch oder sei es homöopathisch. Ich würde nie eigenhändig “herumdoktern” !
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